Holz Design und Möbel Design

Möbel Design

Mit einer Kombination aus Handwerk und Industriedesign gelingt es Wagners Möbelstücken, leicht, stabil und elegant zugleich zu sein. So füllen sie den zu gestaltenden Raum mit einem einzigartigen Verständnis für Funktionalität und Form. Stauraum und Organisationsmöglichkeiten werden in Einzelstücken wie Schreibtischen, Regalen und Schränken maximiert, während Stühle über die grundlegende Funktion hinausgehend Platzersparnis und eine Ästhetik klarer Linien bieten. Auch genau auf die Bedürfnisse und Proportionen eines bestimmten Raumes abgestimmte Sonderanfertigungen zeigen sich immer flexibel und offen. Sie erschaffen helle und warme Räume und verschmelzen die Funktion des Möbelstücks mit einer einzigartigen Bildsprache, die auf einem tiefgreifenden Verständnis für die verarbeiteten Materialien basiert.

"Ich bin einverstanden damit, dass meine Kunst Zwecke hat."

Innenraum

Wagners Inneneinrichtungen sind genau auf den gegebenen Raum abgestimmte Maßanfertigungen, die nicht nur füllen, sondern allen Eigenheiten, Macken und Begrenzungen einfallsreich gerecht werden. Seine Installationen aktivieren und formen den Raum, indem vorhandene Umgebungselemente und -bedürfnisse wie Licht und Wärme nahtlos integriert und zum Vorschein gebracht werden. Mit einzigartigen Formsprache und dem Verbinden von bildender Kunst und handwerklichen Techniken zeigen Wagners Installationen oft Motive aus seiner künstlerischen Arbeit in Reliefs und Skulpturen sowie deren Materialien. So finden zum Beispiel seine lichtdurchlässigen, holzgerahmten Drucke Verwendung, die als Blenden sowohl physisch als auch konzeptionell Privatsphäre und Leichtigkeit vereinen.

Hans-Georg Wagner über sein Küchen-Design:

Meine Küchengestaltungen sind von Otl Aichers Untersuchung „Die Küche zum Kochen“ inspiriert worden. Die Küche als zentralen kommunikativen Ort des Wohn-Hauses zu sehen, in welchem miteinander gekocht, gegessen, geredet und sogar gefeiert werden kann, und nicht nur eine Person zur Arbeit für alle anderen „abgestellt“ wird, das war und bleibt mein gestalterisches Anliegen. All diese sozialen Aspekte und die dafür notwendigen technischen Geräte und Gerätschaften sowie die möglichen Abläufe müssen miteinander oft behutsam im Raum ausbalanciert werden, damit die Küche in unterschiedlichsten Situationen immer noch zufriedenstellend funktionieren kann. Bei aller Funktionalität betone ich die Küche als Wohnort, welcher Wärme und Freundlichkeit ausstrahlt. Bewusst wird hier also ein Kontrast zur kühlen Perfektion einer professionellen Küche gesetzt. So bleibt das Planen und Erstellen einer individuellen Küche immer wieder eine außergewöhnliche Herausforderung.

Außenbereich

Tragbar, leicht und vielseitig – Wagners Outdoor-Möbel sind für eine Vielzahl von Anwendungen und Bedürfnissen geeignet. Sie lassen sich für den Transport leicht verpacken und vor Ort intuitiv zusammenfügen, wodurch volle Funktionalität gewährleistet wird. Das Beispiel der Campingküche veranschaulicht, wie Stauraum maximiert wird: mit Regalen und Schubfächern verschiedener Größen und Formen, wobei die Schranktür mit einem Handgriff zur Tischplatte werden kann. So bewahren Wagners Outdoor-Designs auch in ihrer kompakten Größe die Funktionalität und Vielseitigkeit, welche Kennern von Wagners großformatigen Möbeln und Inneneinrichtungen vertraut sind.

Hans-Georg Wagner über sein Möbel-Design

Was

Räume öffnen, das ist der Grundgedanke meiner Möbelgestaltungen. Möglichkeiten eines Raumes erkennen und sie mit den Wünschen und Bedürfnissen der Bewohner in Einklang bringen, das ist die Aufgabe jedes neuen Projektes. Insofern kann von einem Stil nicht gesprochen werden. Es gibt eine Herangehensweise und Erfahrungen aus über vierzig Jahren Arbeit mit dem Material.     

Der Gebrauch entscheidet über die Funktionalität eines Dinges. Ein gut gestaltetes Ding wird durch den Gebrauch schöner und es bleibt modern, auch nach Jahrzehnten. So ist meine Ästhetik eine des Machens, meine Dinge bleiben offen für Veränderung, wie das Leben selbst. Wie in der Kunst entscheide ich, was an Material und Aufwand nötig ist, um eine bestimmte gewünschte Funktion auf Dauer zu gewährleisten.

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Wie

So wie ich auf meine Fähigkeiten vertraue, vertraue ich auch auf die Fähigkeiten der Benutzer und entwickle die Projekte mit ihnen gemeinsam. Meine Gestaltungen sind sachlich und materialgerecht. Der Materialeinsatz wird auf das Maß reduziert, welches die Funktion des Teiles auf Dauer gewährleistet.

So zu arbeiten, habe ich schon in meiner Lehrzeit bei dem Cottbuser Tischlermeister Siegfried Bialas gelernt. Während des Kunststudiums vertiefte sich dieser Ansatz, da von Dozenten immer wieder auch die Forderung an uns herangetragen wurde, „nur das Notwendige(zu) tun, das, was die Form klar macht…“

Das führte bei mir nach anfänglichen Experimenten jedoch nicht zu gestalterischem Purismus. Zeitig begab ich mich auf die Suche nach Alternativen zur – auch im Handwerk vorherrschenden – industriellen Ästhetik. Mich stören die endlosen Reihungen immer gleicher Maße und Maßsysteme und die daraus entstehende Erzeugung von Atmosphären, die Wohnräumen eher die Anmutung von Offices oder Firmenfoyers gibt.

Meiner Ansicht nach ist das eine Unterordnung selbst privatester Räume unter das Prinzip eines Unternehmens, die ästhetische Ausrichtung des Menschen auf eine permanente Verfügbarkeit für die Arbeitswelt. So sind es bei mir nicht industrielle Plattenwerkstoffgrößen minus Sägeschnittbreiten, die eine Möbelfrontaufteilung bestimmen. Alle Maße leiten sich aus den Gegebenheiten des Raumes und der darin lebenden Persönlichkeiten und den Erfordernissen der gewünschten Möbelstücke her.

Es kommen grundsätzlich nur Vollhölzer und Holzverbundplatten wie Tischlerplatten und Sperrhölzer zur Verwendung. Die Betonung der Möglichkeiten des Materials erzeugt Wärme und Eleganz, gibt Raum und Möbeln eine leichte, lebendige Struktur, den Bewohnern Raum für Entfaltung. Gestalterisch wird so gearbeitet, dass die hinzukommenden Möbel den Raum nicht verstellen, sondern größer machen und auf Vorhandenes antworten. Das meint sowohl den optischen Eindruck als auch den Zugewinn an Möglichkeiten im täglichen Gebrauch. Farbkontraste und Materialkombinationen (z.B. verschiedener Hölzer) sind dafür hilfreiche Komponenten. Symmetrie wird vermieden, da sie meist zu repräsentativ wirkt, sich das Ding also zu wichtig macht. Eine Harmonie im Raum wird hergestellt durch das behutsame Ausbalancieren von Asymmetrien. Handarbeit gibt den Dingen die notwendige „Unperfektheit“ und Lebendigkeit. Wo eine menschliche Hand anfasst, sollte auch von menschlicher Hand geformt worden sein.

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Warum

So sind meine Möbelgestaltungen auch Versuchsreihen darüber, wie unter den Vorgaben einer alleskönnenden industriellen Produktion dem Handwerk Möglichkeiten zurückgegeben werden können, ohne dass darunter die Effizienz leidet und ohne, dass eine nostalgische Verklärung oder Wiederholung von Vergangenem stattfindet. Meine Möbel denken Material-, Energie- und Ressourceneinsparung, also Nachhaltigkeit, vom Ansatz der Aufwandsvermeidung her. Sie rücken damit Fähigkeiten der menschlichen Hand und des praktischen menschlichen Geistes wieder verstärkt in den Fokus.

Im Ergebnis entstehen Möbel, die sich der Zeit anpassen und wieder „vererbt“ werden können.